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Nusa Lembongan25.12.09

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„Franze, kommst du, wir wollen Essen“ – „Ja, sofort“, rufe ich, tape noch schnell meinen Fuß zu ende und humple der hungrigen Meute hinterher.

SNIP – ca 32 Stunden früher. Es ist Donnerstag. Es ist 6:30 Uhr am Morgen. Wir stehen schlaftrunken (und leicht betrunken) in der Küche, schmieren Brote, putzen Zähne, packen Sachen in unsere Rucksäcke. Um 7 Uhr treffen wir uns mit Kai, Steffen, Ekki, Kilian, Michi, Eike und Tatjana um gemeinsam nach Sanur an den Hafen zu fahren. Um 8 Uhr legt dort die Fähre nach Nusa Lembongan, einer kleinen Insel im Südosten Balis, ab. Wenn ich von einer Fähre spreche, dann meine ich einen schwimmenden Holzverschlag mit vier Außenbordmotoren und 2 Holzauslegern. Wir machen es uns auf dem Dach bequem, sonnen uns, lassen uns mit Wasser bespritzen. Die Wellen spielen mit dem Boot, aber nach einer guten Stunde erreichen wir den Hafen von Nusa Lembongan.
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Dort angekommen quartieren wir uns in Johnnys Losmen ein. Johnny, ein alter Balinese mit trüben Augen, hat immer eine lustige Geschichte parat, lacht und ist, wie viele Balinesen äußerst lebensfroh. Er ist auch unser Bierlieferant auf der Insel und schafft jeden Morgen um Punkt halb 8 Uhr morgens eine neue Kiste Bier heran, die er bis zum Abend für uns kühlt. Aber dazu später.

 

Um 12 Uhr kommen unsere Roller, mit denen wir zunächst Richtung Norden, zu den Mangrovenwäldern, düsen. Nach 15 Minuten (die Insel ist wirklich klein) sind wir am Ziel und lassen uns in Booten durch die Mangroven treiben.
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Danach geht’s wieder in das innere der Insel, zu Glücksspiel und Hahnenkampf. Hahnenkampf hat hier Tradition und für euch gebe ich kurz den Ablauf wieder: Für einen ordentlichen Hahnenkampf braucht man Stühle, viele Balinesen, eine Komitee und Hähne. Zunächst kommen die Hahnenbesitzer mit ihren Tieren in die Arena und suchen sich ihre Kampfpartner aus. Dabei spielt Größe und Gewicht der Hähne eine Rolle, aber auch wie (feindselig) diese aufeinander reagieren. Sind passende Teams gefunden, werden an einen Fuß eines jeden Hahnes je ein ca 5 cm langes Messer gebunden. Anschließend, werden die Viecher nah gegenüber gestellt und heiß gemacht, in dem die Besitzer ihnen Federn ausrupfen. Derweil wird die Menge laut. Man sucht sich in der Menge einen Wettpartner, einigt sich über die Wettsumme und los schon geht’s los: Sobald die Hähne freigelassen werden, heißt es für die Besitzer Abstand nehmen, denn die Messer der Hähne sind scharf. Die Hähne attackieren sich im Flug, picken, stechen, schneiden sich. Sind nach einiger Zeit beide Hähne noch am Leben, werden sie zusammen in einen kleinen Käfig gesperrt. Dann erledigen sie sich definitiv. Dem sterbenden Hahn wird mit einem Hammer eines übergebraten. Die Besitzer bekommen einen Teil des Gewinns der Gewinner der Wetten.
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Danach geht es weiter auf unserer Tour. Wir passieren eine kleine Brücke zu einer Nachbarinsel, fahren auf der etwas herum, baden, sonnen uns, haben Spaß. Dann geht es zurück nach Lembongan. In Lembongan Village hat sich ein findiger Balinese eine 500qm große Höhle gegraben, in der er gewohnt hat. Das Teil hat 7 Eingänge, 2 Küchen, mehrere Schlafzimmer. Trotzdem ist und bleibt es eine Höhle.
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Wir fahren weiter. Zur Devils Tear, einer Steilklippe auf die seit Jahrmillionen die geballte Bucht des Ozeans auftrifft und Gischtwolken Meterhoch spritzen und uns erfrischen. Kilian, Tatjana und ich erkunden ein Plateau, das von scharfkantigen Felsen und Muscheln bewachsen ist. Das Plateau liegt immer noch vier Meter über dem Wasser. Auf einmal rast eine extrem hohe Welle auf uns zu. Tatjana haut ab, Kilian und ich freuen uns auf die Gischt und bleiben stehen. Dummerweise ist die Welle so gewaltig, dass sie das Plateau knöchelhoch überspült. Der Sog ist gewaltig. Er reißt mir meine Flipflops von den Füßen, aber ich falle zum Glück nicht hin. Als wir uns wieder ausbalanciert haben, rollt schon die nächste Welle an. Sie ist noch größer, überspült die alte Welle und wird noch stattlicher. Auch sie überspült das Plateau, diesmal stehen wir knietief im Wasser. Zumindest für einen Moment, denn der Druck reißt uns um, spült uns drei Meter über das Riff, beim Abfluss zieht uns der Sog der abfließenden Welle wieder einen Meter zurück. Für einen Moment bin ich unter Wasser, das nutzt die Welle um mir das Cap vom Kopf zu reißen und es mit zu nehmen. Schon kommt die nächste Welle. Diesmal gepuscht vom Adrenalin stürmen wir die scharfen Felsen nach oben, zu einem höher gelegenen Plateau, um der Welle zu entkommen. Erst hier stellt sich der Schmerz ein. Meine Füße sind zerschnitten, ebenso meine Finger. Kilian blutet am Ellebogen. Ihm hat erst die zweite Welle einen Flipflop ausgezogen, deshalb sind seine Füße noch in Ordnung. Unsere Badehosen sind von den scharfen Muscheln aufgeschlitzt, meine Pobacke hat einen Cut. Wieder bei den anderen angekommen, verarzte ich mich notdürftig mit Verband, Betadine und Taschentüchern.
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Dann geht’s weiter zum Dreambeach. Für mich hat das Baden erstmal ein Ende, die anderen spielen mit dem heftigen Beachbreak. Abends essen wir im Warung Sunset am Sunset Beach und dann geht es zurück ins Losmen auf ein paar Bier und lustigen Geschichten von Johnny.

 

Der nächste morgen: Wir steigen wieder auf unsere Roller und fahren zum Dreambeach, heute ist relaxen angesagt. Abends gibt es wieder balinesische Köstlichkeiten und dann wieder Johnnys Bier.

 

Wir verbringen eine kurze 2. Nacht bei Johnny und stehen am nächsten Morgen um halb 8 Uhr wieder am Hafen. Es geht zurück nach Bali. Jetzt sitze ich auf meiner Terrasse, blicke in unseren Garten, während sich die Sonnenstrahlen durch die sich im aufkommenden Wind bewegenden Palmenblätter ihren Weg suchen um mir mal ins Geicht, mal auf die Brust zu scheinen. David spielt im ersten Stock Gitarre. Bali indah sekali

 

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